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Zu Gast im BredowCast: Wie eignet sich der Journalismus KI an? 

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Unser Teilprojekt „Journalismus: Die Automatisierung der Nachrichten und journalistische Autonomie“ war zu Gast im BredowCast, dem Wissenschaftspodcast des Leibniz-Instituts für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut. Mit Moderatorin Kristina Kobrow diskutieren Prof. Dr. Wiebke Loosen, Antonia Eichenauer und Jonah Wermter Erkenntnisse aus dem ersten Forschungsjahr.  

Kern der Forschung des Projekts und auch des Podcasts ist der Begriff der Aneignung. Er umfasst mehr als die reine technische Nutzung von kommunikativer KI, sondern beschreibt den wechselseitigen, aktiven Prozess, der dahintersteht, wenn Akteure sich eine Technik zunutze machen. Im Zuge der kommunikativen Interaktion mit KI können sich Produktionsweisen, -normen und auch das Selbstverständnis des Journalismus verändern.  

Daran knüpft der Begriff Agency an, der im weitesten Sinne die Handlungsfähigkeit und die Handlungsmacht von Journalist*innen beschreibt. Gemeint ist die Freiheit, den eigenen Willen einzubringen und mitzugestalten, wie mit KI gearbeitet wird. Im Podcast konnte sich nicht allen Facetten und Fragen von Agency im Zusammenhang mit der Aneignung gewidmet werden. Diskutiert wird, wie sie sich, stets eingebettet in organisatorische und gesellschaftliche Strukturen, vor dem Hintergrund von zunehmendem ökonomischem Druck, technologischer Entwicklungen und organisationalen Vorgaben verändern wird. 

Weiteres Thema ist das ambivalente Bild, das sich aus den Erkenntnissen der Gruppendiskussionen mit Journalist*innen ergibt: Einerseits existiert die Idealvorstellung, KI könne repetitive oder belastende Aufgaben übernehmen, während die „eigentlichen“ journalistischen Kernaufgaben beim Menschen bleiben. Andererseits gibt es ernstzunehmende Sorgen: Wer der Maschine – etwa einem Large Language Model (kurz LLM) – Umformulierungen, Formulierungen und ganze Denkprozesse überlässt, arbeitet mitunter zwar vielleicht (!) schneller, riskiert aber auch einen Verlust an Eigenständigkeit und eine Verschiebung von Qualitätsmaßstäben, weg von der Frage, wann ein Text gut ist, hin zu der Frage, wann ein Text gut genug ist. Die Ambivalenz verdichtet sich in einem prägnanten Zitat aus den Diskussionen: „Ich habe die Befürchtung, ich schraube mir mein eigenes Gehirn raus.“ Darin zeigt sich die Befürchtung, dass KI-Systeme nicht nur assistierend unterstützen, sondern langfristig Fähigkeiten verlagern, Arbeitsweisen verändern und damit auch journalistische Autonomie sowie Rollenbilder anders definieren kann. 

Ein Normalisierungsprozess, der journalistische Arbeitsprozesse verändert, geschieht bereits. Wie genau sich Journalismus jedoch bis 2028 – bis zum Abschluss des Forschungsprojekts – verändern wird, ist noch offen. Dabei ist das Spannungsverhältnis zwischen technischer Machbarkeit und „kultureller Trägheit“ ebenso zu berücksichtigen wie die fortlaufende Verschiebung von Diskussionsschwerpunkten: Stand noch im vergangenen Jahr die Frage nach Kennzeichnungen im Vordergrund, rückt inzwischen zunehmend das Thema Vertrauen in den Fokus. 

Der Bredowcast ist der Wissenschaftspodcast vom Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut. Einmal im Monat spricht Moderatorin Kristina Kobrow mit Forscherinnen und Forschern des Instituts darüber, was sie gerade erforschen und auch wie der Alltag am HBI aussieht.

Höre mehr dazu in der BredowCast Episode „BRC111 Wie eignet sich der Journalismus KI an?“

Gefördert durch DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)FWF Österreichischer Wissenschaftsfonds

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Andreas Hepp
ZeMKI, Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung
Universität Bremen
Tel: +49 421 218-67620
Assistenz Frau Schober: +49 421 218-67603
E-Mail: andreas.hepp@uni-bremen.de

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