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„Predicting without understanding“: Elena Esposito bei der ComAI Lecture in Hamburg

Elena Esposito bei ihrer ComAI-Lecture während des Forschungsgruppentreffens
Elena Esposito bei ihrer ComAI-Lecture während des Forschungsgruppentreffens

Im Rahmen des Forschungsgruppentreffens am Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI) war am 5. Oktober 2026 die Soziologin Elena Esposito mit einer ComAI Lecture zu Gast.

Vorhersage ist das Kernprinzip generativer KI, doch eine Theorie der Vorhersage fehlt uns bislang. Von dieser Beobachtung ausgehend fragte Esposito, was es bedeutet, wenn Algorithmen vorhersagen, ohne zu erklären. Ihr Argument: Prädiktive Modelle sind keine schlechteren Erklärungen, sondern eine eigenständige Form des Umgangs mit einer offenen Zukunft. Sie liefern kein Verständnis von Ursachen, eröffnen aber Möglichkeiten, auf Folgen einzuwirken.

Anhand von Beispielen aus Medizin, Versicherungswesen und Polizeiarbeit sowie eines Vergleichs mit historischen Praktiken der Divination zeigte sie, wie individuell und kontextgebunden solche Vorhersagen sind und warum sich je nach Einsatzfeld sehr unterschiedliche Kriterien dafür ergeben, was eine gute Vorhersage ausmacht.

Elena Esposito ist Professorin für Soziologie an der Universität Bielefeld und der Universität Bologna und Autorin von (unter anderem) „Artificial Communication: How Algorithms Produce Social Intelligence“ (MIT Press, 2022).

Wir danken Elena Esposito für den anregenden Vortrag und dem HBI für die Gastfreundschaft.

Gefördert durch DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)FWF Österreichischer Wissenschaftsfonds

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Andreas Hepp
ZeMKI, Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung
Universität Bremen
Tel: +49 421 218-67620
Assistenz Frau Schober: +49 421 218-67603
E-Mail: andreas.hepp@uni-bremen.de

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