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Vortrag von Andreas Hepp für die 10. Ausgabe der HumAIn Talks an der Universität Oslo

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Photo: Polity Press and © Beate C. Koehler

Im Rahmen des 10. HumAIn Talks an der Universität Oslo hält ZeMKI-Sprecher Prof. Dr. Andreas Hepp am kommenden Freitag, dem 23. Oktober, einen Vortrag über Silicon Valley, Pioniergemeinschaften und KI-Zukünfte.

Details zu dem Vortrag

Woher kommen die KI-Zukunftsvisionen des Silicon Valley? Eine vordergründige Antwort auf diese Frage lautet: von „Big Tech“ und den „Tech Bros“. Will man die Kulturdynamiken eines KI-bezogenen Futuring und die damit reartikulerte Ungleichheit und Macht fassen, ist aber eine tiefergehende Analyse notwendig. In dem Vortrag zeigt Andreas Hepp, dass das „laute Futuring“ von Big Tech die Visionen eines „leisen Futuring“ technologie-orientierter Gruppierungen in und um das Silicon Valley zu einem Teil allgemeiner gesellschaftlicher Imaginaries macht. So entstammen viele der gegenwärtigen KI-Zukünfte dem Whole Earth Network, Effective Altruism und anderen Pioniergemeinschaften. Ausgehend von einer ethnografischen Untersuchung mit 321 Interviews sowie Auswertungen der Silicon Valley Archives zeichnet Andreas Hepp diese Kulturdynamiken nach und diskutiert ihre theoretische Bedeutung.

Der Vortrag gliedert sich in drei Teile. Der erste Teil befasst sich mit der Dynamik von „leisen“ und „lauten Futuring“: Es wird gezeigt, inwieweit die Zukunftsvisionen von Pioniergemeinschaften eine grundlegende Ressource des „lauten Futuring“ von Big Tech sind – und wie Big Tech gleichzeitig für den Zukunftsdiskurs von Pioniergemeinschaften rahmend ist. Im zweiten Teil wird KI-bezogene Zukunftsentwürfe anhand drei Generationen rekonstruiert: von „cybernetic futures“ (Zukünfte der Selbstorganisation der Gesellschaft) über „agile futures“ (Zukünfte eines digitalen agilen Kapitalismus) zu gegenwärtigen „slippery futures“, in denen Techno-Solutionismus und existentielle Gefährdung zusammentreffen. Der dritte Teil bietet eine sozialtheoretische Reflexion: Die beispiellose Kapitalkonzentration beschleunigt die Durchsetzung bestimmter Zukunftsbilder, und die Agency-Zuschreibung an KI transformiert Wissenspraktiken in Wissenschaft und Beruf.

Für die Soziologie bedeutet dies, die Emergenz von Technologie in Bezug auf Projektionen, Visionen und Imaginaries von Zukünften zu analysieren – und nicht erst, wenn die entsprechenden Technologien eine gesellschaftliche Breitenwirkung entfalten.

Weitere Details zum Vortrag findet ihr auf der HumAIn Talks Seite von der Universität Oslo.

Gefördert durch DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)FWF Österreichischer Wissenschaftsfonds

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Andreas Hepp
ZeMKI, Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung
Universität Bremen
Tel: +49 421 218-67620
Assistenz Frau Schober: +49 421 218-67603
E-Mail: andreas.hepp@uni-bremen.de

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