Sara Skardelly und Marvin Waibel präsentieren beim AoIR Flashpoint Symposium in Malmö
Vom 11. bis 12. August 2026 veranstaltete die Association of Internet Researchers (AoIR) an der Universität Malmö ein Flashpoint Symposium. Das Symposium mit dem Titel “Imaginingand Co-creating Methods for Internet Research” brachte interdisziplinäre Forschende zusammen, um zu reflektieren, wie sich mit dem Wandel der Technologien auch unsere Beziehung zur technologischen Welt verändert – und damit auch die Methoden, mit denen wir sie untersuchen. Das Symposium lud dazu ein, dominante methodische Ansätze zu hinterfragen und herauszufordern und Wege zu finden, Methoden neu zu denken, die aktuellen Forschungsschwierigkeiten gerecht werden.
Die ComAI Research Unit beteiligte sich mit zwei methodischen Beiträgen aktiv am Symposium. Sara Skardelly (P8) präsentierte gemeinsam mit ihrer Kollegin Gwendolin Barnard (Universität Graz) eine kreative und partizipative Methode, die sie in zwei Workshops angewandt haben. Mithilfe von „Erasure Poetry“ wurden „verantwortliche“ KI-Zukünfte ko-kreiert, indem Fachpersonen eingeladen wurden, vorab ausgewählte Texte aus nationalen Politikdokumenten, Leitlinien, Standards und Entwicklerglossaren zu löschen, hervorzuheben, zu übermalen und zu annotieren. In ihrem Vortrag reflektierten Sara und Gwendolin über die weitergehenden Implikationen dafür, wie Internetforscher:innen ErasurePoetry nutzen können, um in antizipative Governance und den öffentlichen Diskurs rund um KI einzugreifen.
Derweil präsentierte Marvin Waibel (P7) ein vorläufiges Konzept für eine KI-Ethnografie, die „trouble-making“ (Regelbrüche) aktiv einbezieht. In Anlehnung an den Soziologen Harold Garfinkel und seine berühmten Krisenexperimente stellte er seine eigene Forschung zu KI-Begleiter vor, die kreativ arrangierte Interaktionssequenzen umfasst. Diese Sequenzen knüpfen an Garfinkels frühe Experimente mit dem Pionier-Chatbot ELIZA an. Marvin entwickelte eigene Sequenzen, um die entstehenden Kommunikationsmuster aktueller KI-Begleiter zu analysieren, reflektierte die methodische Einbettung innerhalb der KI-Ethnografie und förderte eine offene Diskussion über Kreativität in der KI-Forschung, interaktionistische Perspektiven und Ethnografie – von digitalen Varianten bis hin zu autoethnografischen Ansätzen.
18. August 2026Fragen beantwortet:
Prof. Dr. Andreas Hepp
ZeMKI, Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung
Universität Bremen
Tel: +49 421 218-67620
Assistenz Frau Schober: +49 421 218-67603
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