Neuer Preprint: Value-driven AI Governance
Rebecca Scharlach, CJ Reynolds, Vasilisa Kuznetsova, Blake Hallinan und Christian Katzenbach haben gemeinsam an einem Paper über wertorientierte KI-Governance gearbeitet. Hier geht’s zum verfügbaren Preprint.
Werte sind in der KI-Regulierung allgegenwärtig. Sowohl staatliche Akteure als auch KI-Unternehmen betonen ihr Bekenntnis zu Werten wie Fairness und Sicherheit. Trotz dieser scheinbaren Übereinstimmung wissen wir wenig darüber, wie normative Grundsätze in bestimmten Kontexten interpretiert, operationalisiert und Verantwortlichkeiten zugewiesen werden.
In dieser Studie vergleichen wir die Werte, die im EU-KI-Gesetz und in den (GenAI-)Richtlinien von OpenAI, Anthropic, Google AI, Meta AI und Mistral AI formuliert sind.
Mithilfe einer Kombination aus Häufigkeitsanalyse und induktiver Kontextanalyse von Schlüsselwörtern (für die wir über 1.000 Absätze manuell kodiert haben) zeigen wir, dass öffentliche und private Akteure weitgehend dieselben Werte (Genauigkeit, Authentizität, Kontrolle, Verbesserung, Privatsphäre, Sicherheit und Schutz) anführen. Ihre Spezifikationen weichen jedoch oft voneinander ab.
Werte wie Privatsphäre, Sicherheit und Schutz haben in politischen Diskursen in der Regel dieselbe Bedeutung, aber wir haben erhebliche Unterschiede im Verständnis von Verbesserung, Spannungen zwischen der technischen und normativen Operationalisierung von Werten und Verschiebungen der Verantwortung für die Wahrung von Werten von einem Stakeholder zum anderen festgestellt.
Diese Unterschiede sind von Bedeutung. Wir argumentieren, dass Wertespezifikationen die Politik der Werte in der KI-Governance offenlegen und aufzeigen, wie private Akteure Polysemie einsetzen, um sich auf das öffentliche Interesse zu berufen und gleichzeitig eine substanzielle Rechenschaftspflicht zu vermeiden.
27. Januar 2026Fragen beantwortet:
Prof. Dr. Andreas Hepp
ZeMKI, Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung
Universität Bremen
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Assistenz Frau Schober: +49 421 218-67603
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