Forschungsbesuch im Emerging Technologies Lab und im ARC Centre of Excellence for Automated Decision-Making and Society
Anfang dieses Jahres verbrachte Sara Skardelly vom Teilprojekt „Health: Caring through ComAI“ sechs Wochen als Gastdoktorandin am Emerging Technologies Research Lab (ETLab) der Monash University und schloss sich dem ARC Centre of Excellence for Automated Decision-Making and Society (ADM+S) an. Der Aufenthalt erweiterte ihr methodisches Instrumentarium im Bereich der visuellen Ethnografie und vertiefte ihre Auseinandersetzung mit Debatten über verantwortungsvolle und inklusive automatisierte Entscheidungsfindung.
Das ETLab wurde 2018 von der Design- und Zukunftsanthropologin Professorin Sarah Pink gegründet und ist eine interdisziplinäre und internationale Forschungsgemeinschaft, die weithin als Pionierin methodischer Innovation anerkannt ist. Eine Methode, die im Mittelpunkt vieler ihrer Projekte steht, ist der Einsatz von Video, um neue Wege des Erkennens, Verstehens und Teilens von Forschungsergebnissen zu erschließen.
Während ihres Aufenthalts beschäftigte sich Sara mit visueller Ethnografie und nahm an einem Seminar zum Dokumentarfilmemachen teil, in dem Wissenschaftlerinnen wie Jeni Lee und Sarah Pink Schnittstile und -praktiken diskutierten – und dabei betonten, wie zentral der Schnitt für das Geschichtenerzählen ist. Sie beabsichtigt nun, visuelle Ethnografie als methodischen Ansatz in ihrer Doktorarbeit zu nutzen.
Sara schloss sich außerdem dem ADM+S an, einem interdisziplinären, nationalen Forschungszentrum, das darauf abzielt, das Wissen und die Strategien zu entwickeln, die für eine verantwortungsvolle, ethische und inklusive automatisierte Entscheidungsfindung erforderlich sind.
Unter anderem nahm sie an der ADM+S-Sommerschule teil. Vier Tage lang nahm sie an Workshops, Mentoring-Sitzungen und gesellschaftlichen Veranstaltungen teil, knüpfte Kontakte innerhalb des Zentrums und schärfte ihren konzeptionellen Ansatz. Ein Workshop unter der Leitung von Kimberlee Weatherall, der sich mit verschiedenen Governance-Modellen zur Regulierung neuer Technologien wie kommunikativer KI befasste, war dabei besonders relevant.
Während Regulierung oft mit Gesetzen, Soft Law und Standards in Verbindung gebracht wird, umfasste der Workshop Übungen zur Erforschung anderer Regulierungsformen und betonte, dass es viele Regulierungsinstrumente gibt, auf die Staaten zurückgreifen können, wie beispielsweise Nodality. Dies bezieht sich auf die Position der Regierung im Zentrum sozialer Netzwerke, die es ihr ermöglicht, Informationen über Kampagnen, Benchmarking und Nudges zu sammeln und zu verbreiten. Das Konzept bot einen nützlichen Blickwinkel für Saras Forschung darüber, wie Akteure wie politische Entscheidungsträger kommunikative KI im Zusammenhang mit Pflege antizipieren.
Ihr Forschungsaufenthalt wurde finanziell von ComAI sowie von Smart Regulation und dem Land Steiermark unterstützt.
Fragen beantwortet:
Prof. Dr. Andreas Hepp
ZeMKI, Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung
Universität Bremen
Tel: +49 421 218-67620
Assistenz Frau Schober: +49 421 218-67603
E-Mail: andreas.hepp@uni-bremen.de







