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Neue Publikation der ZeMKI-Mitglieder Andreas Breiter und Paola Lopez

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Die ZeMKI-Mitglieder Prof. Dr. Andreas Breiter und Paola Lopez veröffentlichen ihr Werk „The double edge of communicative AI: continuity and disruption in higher education“.

Worum geht es?

Dieser Beitrag untersucht, wie kommunikative künstliche Intelligenz (ComAI), d. h. KI-Systeme, die Kommunikation automatisieren, die Hochschulbildung neu gestaltet. Wir schlagen die „strategische zeitliche Orientierung“ als Forschungshaltung vor, die strategisch zwischen Kontinuität und Disruption wechselt: ComAI wird in lange historische Entwicklungen der Bildungstechnologie eingebettet, während gleichzeitig genuin neuartige Bereiche identifiziert werden, die neue Schutzmaßnahmen, Forschung und kritische Prüfung erfordern. Konzeptionell fassen wir die Integration von ComAI in Tutoring, Peer-Learning, Bewertung und Verwaltung als „hybride Figuration“ auf, eine überindividuelle Verteilung von Handlungsmacht auf Menschen und Maschinen, die Rollen, Verantwortlichkeiten und Machtverhältnisse in den Beziehungen zwischen Studierenden und Lehrenden neu konfiguriert. Wir synthetisieren vergangene und aktuelle Entwicklungen, um dem Hype entgegenzuwirken, und betonen dabei die langsame, heterogene Einführung sowie institutionelle Trägheit. Gleichzeitig untersuchen wir Verschiebungen in Bezug auf Datafizierung, Plattformisierung und Abhängigkeit von BigTech. Wir veranschaulichen, wie kommunikative Praktiken zu Schauplätzen von Disruptionen werden (z. B. große Sprachmodelle, die schriftliche Leistungsbewertungen verändern) und Gegenmaßnahmen als Reaktionen (z. B. erneutes Interesse an mündlichen Prüfungen), und wir verfolgen die ungleichheitsbezogenen Implikationen beider Phänomene, einschließlich verstärkter Voreingenommenheit, Kulturen des Misstrauens und Wahrnehmungsschäden, die marginalisierte Studierende unterschiedlich stark betreffen. Wir plädieren für eine bewusste Langsamkeit bei institutionellen Entscheidungsprozessen, eine geringere Abhängigkeit von kommerziellen Plattformen und besondere Vorsicht im Hinblick auf sich entwickelnde rechtliche Regelungen unter unsicheren Bedingungen. Wir formulieren eine Forschungsagenda zu hybriden Mensch-KI-Praktiken, die (1) die Aneignung von Dialogagenten durch Studierende und (2) Verschiebungen in der Autorität und Verantwortlichkeit von Lehrenden untersucht, wenn Automatisierung die Kommunikation vermittelt. Mit Blick auf Zukunftsszenarien in vielen Jahren entwickeln wir Szenarien, die bescheidene, indirekte und ungleichmäßige Veränderungen vorhersagen, die durch organisatorischen Konservatismus geprägt sind, sowie domänenspezifische Transformationen (z. B. automatisierte Labore sowie verkörperte und agentische KI), die Kompetenzen von der Ausführung hin zu Design und Interpretation verlagern könnten. Wir kommen zu dem Schluss, dass eine strategische zeitliche Ausrichtung einen multidisziplinären Kompass oder eine Meta-Linse zur Bewertung der Implikationen von ComAI bietet und als Leitfaden für die Steuerung und interdisziplinäre Erforschung von ComAI in „hybriden Zukünften“ dient.

Gefördert durch DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)FWF Österreichischer Wissenschaftsfonds

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Andreas Hepp
ZeMKI, Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung
Universität Bremen
Tel: +49 421 218-67620
Assistenz Frau Schober: +49 421 218-67603
E-Mail: andreas.hepp@uni-bremen.de

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